Gesundheitszeugnis-Test: Welche Fragen kommen – und kann man durchfallen?
Beim Gesundheitszeugnis kannst du nicht durchfallen. Die Erstbelehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz (IfSG), ob sie nun Gesundheitszeugnis, Hygienebelehrung, Infektionsschutzbelehrung oder Lebensmittelbelehrung genannt wird, ist eine Belehrung, keine Prüfung mit Bestehensgrenze. Du siehst die Inhalte, beantwortest ein paar Verständnisfragen und kannst sie bei Bedarf wiederholen. Unten stehen die typischen Testfragen mit Antworten, der Ablauf und ein Quiz zum Üben.
Gibt es eine Prüfung fürs Gesundheitszeugnis?
Viele suchen nach der „Gesundheitszeugnis-Prüfung“ und erwarten eine Klausur. Die gibt es nicht. § 43 IfSG verlangt eine Belehrung über die Tätigkeitsverbote nach § 42 IfSG und deine Pflichten – und danach deine Erklärung in Textform, dass dir keine Hinderungsgründe bekannt sind. Eine Qualifikationsprüfung ist im Gesetz nicht vorgesehen.
Beim Online-Gesundheitszeugnis schaust du ein kurzes Schulungsvideo und beantwortest danach einige Wissensfragen, meist Multiple Choice. Sie sollen sicherstellen, dass du die wichtigsten Hygiene- und Infektionsschutzregeln verstanden hast. Liegst du einmal daneben, bekommst du die Frage noch einmal. Es gibt keine Note, keine Mindestpunktzahl, keine Durchfall-Quote und keine Sperrfrist. Ziel der Belehrung ist, dass du die Regeln kennst – nicht, dich auszusortieren.
Welche Themen die Testfragen abdecken
Die Fragen drehen sich immer um dieselben drei Blöcke aus § 42 und § 43 IfSG:
- Tätigkeitsverbote: Bei welchen Krankheiten und Symptomen darfst du nicht mit Lebensmitteln arbeiten? (Durchfall, Erbrechen, Fieber mit Durchfall, Gelbsucht, infizierte Wunden, Typhus und Paratyphus, Cholera, Shigellen, Salmonellen, EHEC, Hepatitis A und E.)
- Persönliche Hygiene: Händewaschen (wann, wie), Umgang mit Wunden, saubere Arbeitskleidung, kein Schmuck an den Händen.
- Meldepflicht: Was musst du dem Arbeitgeber sofort mitteilen, und was passiert dann?
Den vollständigen Hintergrund zu den Krankheiten und Erregern findest du im Ratgeber § 42 IfSG: Welche Krankheiten ein Tätigkeitsverbot auslösen.
Sieben typische Testfragen mit Antworten
Frage 1: Bei welchen Krankheiten darfst du nicht mit Lebensmitteln arbeiten? Ein Tätigkeitsverbot gilt insbesondere bei Salmonellen, Typhus und Paratyphus, Cholera, bakterieller Ruhr (Shigellen), EHEC sowie Virushepatitis A oder E – und generell bei ansteckendem Durchfall oder Erbrechen. Auch wer diese Erreger ausscheidet, ohne sich krank zu fühlen, darf nicht mit offenen Lebensmitteln umgehen.
Frage 2: Welche Symptome musst du ernst nehmen? Durchfall, Erbrechen, hohes Fieber, Gelbfärbung von Haut oder Augen (Hinweis auf Hepatitis) sowie infizierte, nässende oder eitrige Wunden an Händen und Unterarmen. Bei diesen Anzeichen gilt: nicht mit Lebensmitteln arbeiten und ärztlich abklären lassen. Mehr dazu: Darf ich mit Durchfall arbeiten?
Frage 3: Was tust du, wenn du während der Arbeit Durchfall bekommst? Die Tätigkeit mit Lebensmitteln sofort beenden und den Arbeitgeber informieren – dazu bist du nach § 43 Abs. 2 IfSG verpflichtet. Der Arbeitgeber muss dann dafür sorgen, dass du vorerst nicht mehr mit offenen Lebensmitteln in Kontakt kommst.
Frage 4: Darfst du mit einer kleinen Schnittwunde am Finger weiterarbeiten? Nur, wenn die Wunde sauber ist und mit einem wasserdichten Pflaster (idealerweise plus Fingerling oder Handschuh) vollständig abgedeckt wird. Infizierte oder nässende Wunden sind dagegen tabu – über sie gelangen Keime wie Staphylokokken leicht in Lebensmittel.
Frage 5: Warum ist Händewaschen nach jedem Toilettengang Pflicht? Weil viele Erreger (zum Beispiel Salmonellen, Noroviren, Hepatitis A) über kleinste Stuhlreste an den Händen auf Lebensmittel übertragen werden – die klassische fäkal-orale Schmierinfektion. Gründliches Waschen mit Seife und anschließendes Abtrocknen mit Einmalhandtüchern unterbricht diesen Weg.
Frage 6: Was sind leicht verderbliche Lebensmittel? Zum Beispiel Fleisch und Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte, Milch und Milchprodukte, Eiprodukte, Feinkostsalate, Speiseeis sowie nicht durchgebackene Backwaren mit Cremefüllung. Die vollständige Liste steht in § 42 Abs. 2 IfSG. Wer damit gewerblich umgeht, braucht die Belehrung – hier steht, wer genau.
Frage 7: Wie lange gilt die Erstbelehrung – und was kommt danach? Die Erstbelehrung ist unbegrenzt gültig; beim allerersten Arbeitsantritt darf die Bescheinigung nicht älter als drei Monate sein. Danach muss dich dein Arbeitgeber alle zwei Jahre intern nachbelehren und das dokumentieren – die Folgebelehrung. Alle Fristen: Wie lange ist das Gesundheitszeugnis gültig?
So läuft der Test bei der Online-Belehrung ab
In unserer Online-Erstbelehrung schaust du ein Schulungsvideo von rund acht Minuten, das genau diese Themen behandelt. Danach kommen die Verständnisfragen, dann bestätigst du deine Identität per Ausweis und gibst deine Erklärung ab. Wer das Video angeschaut hat, beantwortet die Fragen ohne Vorbereitung – die allermeisten in unter zwei Minuten. Es geht um Alltagslogik („Mit Durchfall nicht in die Küche“), nicht um Fachwissen. Sobald alles beantwortet ist, bekommst du die Bescheinigung als PDF per E-Mail; weil das IfSG Bundesrecht ist, gilt sie in jedem Bundesland. Die Belehrung läuft unter der Leitung von PD Dr. med. Daniel Berthold, vom Gesundheitsamt Starnberg mit Belehrungen nach § 43 IfSG beauftragt.
Beim Gesundheitsamt gibt es übrigens in der Regel gar keine Fragen: Dort hörst du einen Vortrag oder siehst einen Film und unterschreibst anschließend die Erklärung. Den Vergleich beider Wege findest du unter Online oder Gesundheitsamt?
Fragen zur Online-Belehrung – kurz beantwortet
Muss ich vorher lernen? Nein. Alles, was gefragt wird, steht im Video davor. Vorwissen ist nicht nötig.
Wie lange dauert es? Online rund 10 Minuten: Video, Fragen, Ausweisprüfung, PDF per E-Mail.
Was kostet es? Online einmalig 25 €. Die Gebühr beim Gesundheitsamt legt jede Kommune selbst fest – Details unter Was kostet ein Gesundheitszeugnis?
Wer darf die Belehrung durchführen? Das Gesundheitsamt oder ein vom Gesundheitsamt beauftragter Arzt – online unter ärztlicher Leitung. Der normale Hausarzt in der Regel nicht: Gesundheitszeugnis beim Hausarzt?
Was ist der Unterschied zwischen § 42 und § 43 IfSG? § 42 nennt die Tätigkeitsverbote (welche Krankheiten dich vom Lebensmittelumgang ausschließen), § 43 regelt die Belehrung darüber und die Bescheinigung. Die Testfragen beziehen sich auf beides.
Brauche ich die Belehrung auch als Praktikant oder Schüler? Ja, sobald du gewerblich mit offenen Lebensmitteln arbeitest – auch im Praktikum, Ferienjob oder Minijob. Details: Gesundheitszeugnis für Schüler
Quiz: teste dich selbst
Unten auf dieser Seite findest du das interaktive Quiz mit den typischen Fragen – fachlich identisch zur echten Belehrung. Wer es einmal durchspielt, kennt die Themen und geht entspannt in die Belehrung.
Häufige Fragen
Kann man beim Gesundheitszeugnis durchfallen? Nein. Die Belehrung nach § 43 IfSG ist eine Belehrung, keine Prüfung mit Bestehensgrenze. Die Verständnisfragen prüfen nur, ob du das Schulungsvideo verstanden hast; falsch beantwortete Fragen wiederholst du einfach. Es gibt keine Note, keine Mindestpunktzahl und keine Sperrfrist.
Wie viele Fragen kommen beim Gesundheitszeugnis-Test? Online sind es wenige Multiple-Choice-Verständnisfragen (typisch 5 bis 10) direkt nach dem Schulungsvideo. Sie drehen sich um Tätigkeitsverbote bei bestimmten Krankheiten, Händehygiene und die Meldepflicht gegenüber dem Arbeitgeber.
Muss ich für den Test lernen? Nein. Alle Antworten stecken im Schulungsvideo unmittelbar davor. Wer die Beispielfragen auf dieser Seite einmal gelesen oder das Quiz gemacht hat, ist ohnehin vorbereitet.
Was wird bei der Hygienebelehrung gefragt? Dieselben drei Themenblöcke wie bei jeder Belehrung nach § 43 IfSG, denn Hygienebelehrung, Infektionsschutzbelehrung und Gesundheitszeugnis meinen dieselbe Belehrung: bei welchen Krankheiten und Symptomen du nicht mit Lebensmitteln arbeiten darfst (§ 42 IfSG), wie du Händewaschen und Wunden handhabst und was du deinem Arbeitgeber sofort melden musst.
Wie lange dauert der Test? Die Fragen selbst dauern ein bis zwei Minuten; dazu kommen Video und Ausweisprüfung. Die Bescheinigung kommt direkt danach als PDF.
Was passiert, wenn ich eine Frage falsch beantworte? Du bekommst die Frage erneut, gegebenenfalls mit Hinweis, und beantwortest sie noch einmal. Niemand wird abgelehnt.
Quellen und Stand
- § 42 IfSG – Tätigkeits- und Beschäftigungsverbote (gesetze-im-internet.de)
- § 43 IfSG – Belehrung, Bescheinigung des Gesundheitsamtes
- Stand: 4. November 2026
Teste dich selbst
Frage 1 / 10Bei welchen Beschwerden dürfen Sie NICHT mit offenen Lebensmitteln arbeiten?
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Verantwortlich für die ärztliche Belehrung bei das-Gesundheitszeugnis.de. Zugelassen durch die Bayerische Landesärztekammer.
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