Häufige Fragen

Gesundheitszeugnis für Schüler: Ferienjob und Praktikum

PD Dr. med. Daniel Berthold Fachlich verantwortet· 5 Min Lesezeit·Aktualisiert: 4.11.2026

Ferienjob in der Eisdiele, Aushilfe im Imbiss, Schülerpraktikum in der Bäckerei: Sobald du mit offenen Lebensmitteln arbeitest, brauchst du vor dem ersten Tag die Erstbelehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz, das sogenannte Gesundheitszeugnis. Das gilt auch für Schüler, unabhängig von Alter, Stundenzahl und Bezahlung; eine Ausnahme für Ferienjobs oder Praktika kennt das Gesetz nicht.

Gilt die Pflicht wirklich für Schüler?

Ja. Das Infektionsschutzgesetz kennt keine Altersgrenze und keine Ausnahme für Ferienjobs, Minijobs oder Praktika. Entscheidend ist die Tätigkeit: Wer Speisen zubereitet, ausgibt, verkauft oder Geschirr und Arbeitsflächen reinigt, muss belehrt sein. Der Betrieb darf dich sonst nicht einsetzen. Wer nur an der Kasse sitzt, Regale mit verpackter Ware füllt, Zeitungen austrägt oder Getränke in verschlossenen Flaschen verkauft, braucht die Belehrung nicht.

Ferienjob und Minijob: Eisdiele, Imbiss, Bäckerei, Restaurant

Eis kugeln, Brötchen belegen, an der Theke ausgeben, in der Küche helfen – die beliebtesten Ferienjobs spielen sich fast alle im Lebensmittelbereich ab, und genau dort gilt die Belehrungspflicht. Viele Familien erfahren das erst, wenn der Betrieb kurz vor Ferienbeginn nach der Bescheinigung fragt.

Neben dem Infektionsschutz gelten die Regeln des Jugendarbeitsschutzgesetzes: Ab 15 Jahren darfst du in den Ferien bis zu vier Wochen im Jahr arbeiten, mit 13 und 14 Jahren nur leichte Arbeiten mit Zustimmung der Eltern. Das Gesundheitszeugnis brauchst du in beiden Fällen, sobald Lebensmittel im Spiel sind. Die Belehrung machst du einmal, sie gilt dann für jeden weiteren Job – den Ferienjob im nächsten Sommer, den Minijob im Studium, die Ausbildung.

Schülerpraktikum: was Schule und Betrieb verlangen

Beim Pflichtpraktikum in Küche, Kita, Café oder Bäckerei verlangt der Betrieb die Bescheinigung meist schon vor dem ersten Tag. § 43 IfSG unterscheidet nicht zwischen Festanstellung, Aushilfe und Praktikum – auch unbezahlte Praktikanten, Schnupperpraktikanten und BORS/BOGY-Schüler brauchen die Erstbelehrung, bevor sie mit offenen, leicht verderblichen Lebensmitteln arbeiten. Manche Schulen weisen im Praktikumsvertrag darauf hin, andere nicht.

Ehrlich gesagt gibt es eine Grauzone: Wer im Praktikum ausschließlich beobachtet oder ganz ohne Lebensmittelkontakt eingesetzt wird, braucht keine Belehrung. In der Praxis wollen Betriebe Praktikanten aber mit anpacken lassen – und verlangen den Nachweis deshalb fast immer.

Für schulische Pflichtpraktika bieten manche Gesundheitsämter kostenlose oder vergünstigte Belehrungstermine an – nachfragen lohnt sich, wenn genug Vorlauf da ist. Der Haken ist das Timing: Praktikumsplätze werden oft kurzfristig fix, die Termine der Ämter sind vor den klassischen Praktikumswochen schnell weg und liegen mitten in der Schulzeit.

Praktikum nach der Schule: Hotel, Küche, Pflichtpraktikum

Dasselbe gilt für jedes andere Praktikum mit Lebensmittelkontakt – das Pflichtpraktikum im Hotel, das Küchen-Praktikum vor der Ausbildung, das Praktikum in der Kita-Küche. Die Bescheinigung muss am ersten Praktikumstag vorliegen und darf bei der erstmaligen Aufnahme der Tätigkeit nicht älter als drei Monate sein. Praktisch für die Zukunft: Die Erstbelehrung gilt unbegrenzt – wer sie fürs Praktikum macht, hat sie später auch für Ferienjob, Nebenjob im Studium und Ausbildung.

Unter 18: geht die Belehrung online?

Ja. Du brauchst einen gültigen Personalausweis oder Reisepass für die Identitätsprüfung und ein Handy oder einen Computer. Die Belehrung dauert rund 10 Minuten: Video ansehen, Verständnisfragen beantworten, Ausweis hochladen, Bescheinigung als PDF erhalten.

Zwei Dinge sind bei Minderjährigen besonders:

  • Die Erklärung der Eltern. Zur Belehrung gehört die Erklärung, dass dir keine Tatsachen für ein Tätigkeitsverbot bekannt sind. Bei Minderjährigen trifft diese Pflicht nach § 43 Abs. 6 IfSG die sorgeberechtigte Person – kläre die Buchung deshalb mit deinen Eltern und lass sie bei Buchung und Ausweisprüfung dabei sein.
  • Jugendarbeitsschutz. Für unter 18-Jährige gelten zusätzlich die Regeln des Jugendarbeitsschutzgesetzes, etwa zu Arbeitszeiten – das betrifft den Job selbst, nicht die Belehrung. Die Erstuntersuchung nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz ist ein separates Thema beim Arzt und ersetzt die Belehrung nicht.

Wer zahlt bei Schülern?

Gesetzlich ist das nicht geregelt. Beim Ferienjob zahlen viele Schüler die Belehrung selbst oder die Eltern übernehmen sie, manche Betriebe erstatten die Kosten nach dem ersten Arbeitstag oder mit dem ersten Lohn – nachfragen lohnt sich. Beim Schülerpraktikum lohnt die Nachfrage beim Gesundheitsamt nach einer Gebührenbefreiung. Online kostet die Erstbelehrung einmalig 25 €, ohne Folgekosten, und du behältst sie für alle späteren Jobs. Alle Details: Was kostet ein Gesundheitszeugnis?

Knappe Ferien, volle Ämter: der Zeitfaktor

Ferienjobs und Praktika werden oft kurzfristig zugesagt (Praktikumsbeginn am Montag, Anruf vom Betrieb am Freitag), und die Gesundheitsämter haben in den Ferienwochen selten spontane Termine frei. Online entfällt das: Die Belehrung geht am selben Tag, die Bescheinigung kommt als PDF und kann direkt an den Betrieb weitergeleitet werden.

Was du mitbringen musst

  • einen gültigen Ausweis oder Reisepass,
  • deine E-Mail-Adresse für das PDF,
  • beim Jobstart die Bescheinigung, nicht älter als drei Monate, wenn es dein erster Lebensmitteljob ist.

Nach dem Start belehrt dich der Betrieb alle zwei Jahre selbst nach. Darum musst du dich nicht kümmern. Wie lange das Gesundheitszeugnis gilt und was beim nächsten Job zählt: Gültigkeit des Gesundheitszeugnisses. Studierende und Werkstudenten finden ihre Fragen unter Gesundheitszeugnis für Studenten.

Häufige Fragen

Brauchen Schüler für einen Ferienjob ein Gesundheitszeugnis? Ja, sobald sie mit offenen Lebensmitteln arbeiten, etwa in Eisdiele, Imbiss, Bäckerei oder Restaurantküche. Das Infektionsschutzgesetz macht keine Ausnahme für Ferienjobs oder Minijobs.

Braucht mein Kind für das Schülerpraktikum wirklich ein Gesundheitszeugnis? Ja, wenn es im Praktikum mit offenen Lebensmitteln arbeitet – etwa in Bäckerei, Küche, Café oder Kantine. § 43 IfSG stellt auf die Tätigkeit ab, nicht auf Bezahlung oder Vertrag. Wer ausschließlich beobachtet, braucht keine Belehrung; in der Praxis verlangen Betriebe den Nachweis aber fast immer.

Ab welchem Alter kann man das Gesundheitszeugnis machen? Das Infektionsschutzgesetz nennt kein Mindestalter. Ob du überhaupt arbeiten darfst, regelt das Jugendarbeitsschutzgesetz: Ferienjobs in der Regel ab 15, leichte Arbeiten ab 13 mit Zustimmung der Eltern. Für die Belehrung brauchst du nur einen gültigen Ausweis.

Kann ein 14- oder 15-Jähriger die Belehrung online machen? Ja. Die Online-Belehrung steht auch Minderjährigen offen. Weil bei Minderjährigen nach § 43 Abs. 6 IfSG die sorgeberechtigte Person die Erklärung abgibt, dass keine Hinderungsgründe bekannt sind, sollte ein Elternteil bei Buchung und Ausweisprüfung dabei sein.

Ist das Gesundheitszeugnis für Schüler kostenlos? Manche Gesundheitsämter belehren Schüler im Pflichtpraktikum kostenlos oder ermäßigt, das ist aber Sache der Kommune und braucht einen Termin. Online kostet die Erstbelehrung einmalig 25 € und gilt für alle späteren Jobs.

Gilt das Gesundheitszeugnis aus dem Ferienjob später weiter? Ja. Die Erstbelehrung ist unbegrenzt gültig und gehört dir. Beim nächsten Job legst du dieselbe Bescheinigung vor; nur beim allerersten Lebensmitteljob darf sie beim Start nicht älter als drei Monate sein.

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DB
PD Dr. med. Daniel Berthold
Ärztliche Leitung

Verantwortlich für die ärztliche Belehrung bei das-Gesundheitszeugnis.de. Zugelassen durch die Bayerische Landesärztekammer.

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